Wilde Gründe

Diskutiere Wilde Gründe im Klöppel-Techniken Forum im Bereich Klöppeln; Immer häufiger findet man in Veröffentlichungen den Begriff "Wilder Grund". Viele Klöppler und Klöpplerinnen meinen, hierbei handelt es sich um...
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Kunzfrau

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Immer häufiger findet man in Veröffentlichungen den Begriff "Wilder Grund". Viele Klöppler und Klöpplerinnen meinen, hierbei handelt es sich um etwas völlig Neues. Das ist jedoch nicht der Fall. Der deutsche Klöppelverband hat dazu in der "Spitze 03/2003" folgendes geschrieben:

Nach dem derzeitigen Stand des Wissens sind weitere Begriff: Chaosgrund, Lustgrund, Wild Klöppeln, Freies Klöppeln.

Der "Wilde Grund" hat nicht nur eine Wurzel. Im Gegensatz zur derezeit verbreiteten Auffassung, der "Wilde Grund" sei eine Entwicklung aus den ieiderlanden und Belgien, ist festzustellen, dass bereits C. Jamnig/A. Richter in ihrem 1886 erschienenen Werk einen Grund zeigen, der große Ähnlichkeit mit einem wilden Grund aufweist.

Ferner erscheint der heute so bezeichnete "Wilde Grund" bereits um 1900 in der Hunnia-Spitze, eine in Ungarn gewerbsmäßig hergestellte Klöppelspitze.

Betrachtet man die Wurzeln, so kann man sagen, dass der "Wilde Grund" eine Spielart zunächst geordneter Gründe ist, die durch Hinzufügen einer Unregelmäßigkeit oder unüblichen Anordnung von Schlägen entsteht, er folglich von kreativen Klöpplern und Klöpplerinnen immer wieder neu erfunden werden kann. Insoweit haben niederländische und belgische Klöpplerinnen allerdings einen nicht unbedeutenden Anteil an der Weiterentwicklung des "Wilden Grundes".

Durch die freie Kombination der Grundschläge ohne traditionelle Regeln entstehen diverse Strukturen. Das Arbeiten mit verschiedenen Farbzusammenstellungen und Garnqualitäten in Stärke und Material unterstreicht die wilde Erscheining und gibt ihm viele unterschiedliche Gesichter. "ALLES IST MÖGLICH."

Das regelmäßige Stecken von nadeln in Kombination mit der regelmäßigen Verteilung/Abfolge von Schlägen ergibt zunehemend ein geordnetes Bild. .....

In den nachfolgenden Threads nun einige Darstellungen und Hinweise zum "Wilden Grund".
 
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Kunzfrau

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Der "Wilde Grund" taucht recht häufig beim freien Klöppeln auf, um große Flächen nicht eintönig erscheinen zu lassen. Es besteht jedoch beispielsweise auch die Möglichkeit, den "Wilden Grund" in eine Torchonspitze einzuarbeiten.

Möchte man selber einen wilden Grund zeichen ( das geht leicht auf Karpapier), dann ist bitte Folgendes zwingend zu beachten:
Kreuzungen müssen immer die gleiche Farbe haben, also lila durch lila, grün durch grün usw.
Weitere Mustergestaltungen können z.B. dadurch erreicht werden, in dem die Drehung vom Leinenschlag zum Halbschlag weggelassen wird oder die Paare einfach nur gekreuzt werden.
In den nachfolgenden Beispielen sind alle Drehungen eingezeichnet, also auch die Drehungen vom Leinenschlag zum Halbschlag bzw. zum Ganzschlag. Das bedeutet also z.B. das vom Leinenschlag zum Halbschlag nicht drehen, kreuzen, drehen sonden nur kreuzen, drehen gearbeitet wird. Alle der nachfolgfenden Zeichnung gelten für die Platte.

Bei den nachfolgenden Beispielen sind die "Wilden Gründe" relativ gemäßigt. Selbstverständlich geht es erheblich wilder, wenn man es möchte. Es wird immer die technische Zeichung und ein Bild des fertigen "Wilden Grundes" dargestellt.
 
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Erstes Beispiel:
 

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Zweites Beispiel:

An der Stelle, wo der Kreis in der technischen Zeichnung ist, wird nur kreuzen gearbeitet. Anschließend wie eingezeichnet nur das rechte Paar gedreht. Dann ein normaler Halbschlag.
 

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Drittes Beispiel:

Bei diiesem Grund bitte nicht verzweifeln. Beim Arbeiten ist er scheußlich. Man erkennt gar nichts.
Beim Arbeiten die Risspaare bitte etwas nachziehen. Der Grunde entsteht dann erst in der jeweils nachfolgenden Reihe, die gearbeitet wird.
 

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