Rohwolle per Hand oder in der Waschmaschine

Diskutiere Rohwolle per Hand oder in der Waschmaschine im Spinnen und alles was dazu gehört Forum im Bereich Rund um Wolle und deren Verarbeitung; Na dann will ich mal erzählen was ich für Arbeit geschafft habe. Schon Wochen bevor mein Spinnkurs anfing, bevor ich wußte ob das alles...
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WollShari

Anfänger
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Na dann will ich mal erzählen was ich für Arbeit geschafft habe.

Schon Wochen bevor mein Spinnkurs anfing, bevor ich wußte ob das alles überhaupt was für mich ist, ersteigerte ich mir einen Rohwollvlies von einem Coburger Fuchs und einen von einem Milchschaf.

Als ich jetzt letztens meinen ersten Tag in der Spinngruppe hinter mir hatte wußte ich, "das wird eine Sucht". Und 2 Tage später, zum Wochenende, fing ich an im net was zu finden wie man denn nun solch Rohwolle behandelt und ich habe dann auch etwas gefunden was zu meinem Lebensumstand paßt.

Ich habe nicht den riesen Platz um die Rohwolle in Regenwasser zu legen etc. Auch würde mir da zwischen Familie, Haushalt, Arbeit und meinen Hunden die Zeit fehlen die man dafür benötigt.

Ich war also hauptsächlich auf der Suche nach einer Art diese Wolle auch in der Waschmaschine zu waschen.

Wie gesagt ich fand etwas und ging nach dieser Anleitung wie folgt vor:

Das Rohwollvlies zuerst per Hand von allem groben Dreck wie Stroh, Futterreste, Kotreste, etc befreien. Dann die grob gereinigte Wolle mit den Händen auseinander zupfen, damit sie schön fluffig wird.

Dann in ein Wäschenetz oder gut verschließbarem Kissenbezug und ab in die Waschmaschine.

Achtung: Die Waschmaschine muß zum einen ein extra Wollwaschgang besitzen und zum anderen muß man die Umdrehung des Schleudergangs regulieren können. Wenn möglich nicht über 600 U/min.

Wo waren wir...................ahja, Wolle in die Waschmaschine und den Wollwaschgang auf "kalt" waschen einstellen, Schleuderzahlumdrehung auf 600 U/min. Man kann hier auch schon Waschzusatz wie Wollwaschmittel mit hinein tun.

Diesen Waschvorgang bis zu 3x wiederholen. Zwischen jedem Waschvorgang die Wolle in die Hand nehmen und erneut schön fluffig auseinanderzupfen. Dabei fallen dann auch immer mal noch ein paar kleine Grashalme oder Stöckchen heraus.

Nach dem 3. Waschgang kommt die Wolle in ein heißes Wasserbad mit Spülmittelzusatz, damit das Fett (Wollfett) sich löst. Je nach abkühlung des Wasser´s 1/2 bis 1 Std drin lassen. Dieses heiße Wasserbad nun solange wiederholen bis das Wasser klar ist.

Jetzt die Wolle wieder in den Waschesack/Kissenbezug und zurück in die Waschmaschine und nun nur "Schleudern".

Jetzt nur noch auslegen zum trocknen, warten bis die Wolle trocken ist und fertig.

Ich habe zum trocknen so einen Wäschständer genommen die man wie ein Dach über die Badewanne stellen kann, den habe ich flach auf die Badewanne gelegt, Handtuch drüber und da dann die Wolle gezupft fluffig draufgelegt.

Wahrscheinlich halten mich jetzt einige für total bescheuert, was ich mir da für Arbeit gemacht habe ABER eigentlich fand ich es im nachhinein garnicht so schlimm. Im Gegenteil, ich fand es eigentlich mal sehr interessant zu sehen was sich die Frauen früher für Arbeit machen mußten und es war schön zu sehen was aus solch Dreckswolle wird wenn man sie fertig gewaschen hat.

Ich war eigentlich sogar ein wenig stolz auf mich.

Aber es wird noch schlimmer, da ich ja zur Zeit noch keine weiteren Utensilien zur Bearbeitung der Wolle habe kam jetzt mein vorerst letzter Arbeitsschritt.

Ich kämmte die Wolle eigenhändig mit meinen 2 Händen und einem Hundekamm.

Nächste Woche hab ich wieder Spinngruppe und dann darf ich mir die dortige Kardiermaschine ausleihen und kann dann die Wolle kardieren und endlich am Spinnrad verarbeiten.

So, das war´s eigentlich erstmal. Momentan fällt mir nix mehr ein, ansonsten könnt ihr jetzt losschießen und mich bombardieren oder befragen :!:

Sollte jemand einen Arbeitserleichternden Vorschlag haben dann nehme ich den natürlich gern an.

Wobei ich anmerken möchte das ich Schafwolle, wenn ich das Spinnen mal behersche, nicht als hauptsächliches nehmen werde zum verspinnen. Ich erlerne dies ja um später die Wolle meiner Hunde selbst verspinnen zu können.
 
Z

zwmaus

Schüler
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Hallo Ela,

wow - da hast Du Dir ja wirklich viel Arbeit gemacht.
Habs auch mal mit der WaMa versucht nachdem ich die Wolle in Regenwasser eingeweicht und mehrmals ausgespült hatte.
Da ich auch nix zum kardieren habe liegt sie hier jetzt rum, ist ziemlich fest geworden.
Auf Dauer möchte ich das mit der WaMa nicht machen, hab Sorge, daß sich das Wollfett in der Maschine absetzen könnte.
Aber ich spiel ernsthaft mit dem Gedanken, mir eine zweite WaMa zuzulegen, nur für Strickfilz-Sachen und evtl. mal Rohwolle. :)
 
E

Eva Klauck

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Hallo Ihr Wollwascher

Heinz und ich haben jetzt ca. 26kg Rohwolle (direkt vom Schäfer) mit Hand gewaschen... und wir haben es wie folgt gemacht:

Waschen die 1te... einen großen Betonbotich im Baumarkt gekauft ... diesen mit lauwarmen Wasser gefüllt... die Wolle (ungezupft) hineingegeben... richtig richtig viel Spülmittel (da geht auch das ganz billige) hineingetan und mir den Stiefeln an den Füssen getreten, bis alles Wasser klar wurde (zwischen drinnen natürlich mit Wasserwechsel ... beim letzten Wasserwechsel ohne Spüli)... die Wolle in eine Schleuder (gebrauchte Schleuder) gegeben und trocken geschleudert.. und zum trocknen ausgezupft auf ein Tuch gelegt. Da wir in der Waschküche Heizung haben.. ging das Ratzfatz. Die Wolle hat sich aber verfilzt und war immer noch voller Stroh und Deckklumpen :(

Waschen die 2te... den großen Betonbottich voll kaltes Wasser laufen lassen... die Wolle von allen Dreck- und Strohklumpen befreit (zupfen bis der Arzt kommt :D ) und dann mit Spülmittel eingeweicht... nach 1 Stunde das Wasser gewechselt und die Wolle (erneut gezupft) wieder in kaltem Wasser mit Spülmittel eingeweicht... kurz (aber wirklich nur ganz sanft) mit der Hand umgerührt ... diesen Vorgang wiederholt bis das Wasser fast klar war...die Wolle wieder geschleudert und gezupft zum trocknen gelegt... Die Wolle war jetzt nicht mehr verfilzt (auch nicht angefilzt) jedoch immer noch voller Fettklümpchen und auch noch Spülmittelrestchen X(

Waschen die 3te... den großen Betonbottich voll kaltes Wasser laufen lassen ... die Wolle von allen Dreck- Stroh - und großen Fettklumpen befreit (wieder zupf zupf zupf) und dann im Bottich eingeweicht... dieses mal nach der ersten Einweichrunde in der Schleuder trockengeschleudert und unter erneutem Zupfen wieder in den Bottich mit kaltem Wasser ... wieder trockengeschleuder ... wieder in den Bottich.. dieses mal ohne Spülmittel (aber erst beim 3ten mal) und dann wieder geschleudert ... dieses mal haben wir einen Trick für das Schleudern angewand... wir haben in den Schliessmechanismus eine Stange gegeben .. so hat die "Schleuder gedacht" der Deckel ist zu :D und dann während des Schleudervorganges einen Schlauch mit laufendem kalten Wasser genommen und die Wolle in der Schleuder ausgespült... trockengeschleudert ...und zum trocknen ausgelegt ... SUPERERGEBNISS :banane:

So wie Nr 3 waschen wir jetzt alle Wolle... und in unserer Wollwaschseele ist alles Glücklich Ist zwar alles in allem eine "sauarbeit" aber sie hat sich echt gelohnt... :wink1:
 
W

wuppi

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Hallo Eva,
muss sagen, dass ihr euch da ja echt Mühe gemacht habt - super, dass die Wolle so klasse geworden ist und die ganze Arbeit sich gelohnt hat.
Ich habe jetzt einen Sack voll Schafwolle geschenkt bekommen. Derjenige meinte nur, dass die Wolle schon eine Weile liegt, konnte mir aber nicht sagen, wie alt sie schon ist......
Werde einfach mal versuchen, sie nach eurer Anleitung zu waschen - mal schauen, was dabei herauskommt :unwissend:
Ich habe nur immer gedacht, man solle kein Shampoo oder ähnliches zum waschen verwenden, da man sonst das Wollfett rauswäscht. Aber jetzt lese ich hier, dass ihr Spülmittel verwendet. Also sparsam damit umgehen, oder?
Naja, ich werde es mal testen und dann berichten.
Gruß Christa
 
B

Beyenburgerin

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Ich habe einmal Rohwolle in der Waschmaschine gewaschen, Milchschafwolle die nicht leicht filzt, aber das hat mir gereicht. Es war sowas von anstrengend, die Wolle wieder auseinanderzuziehen, ich wasche in Zukunft nur noch mit der Hand.

Etwa die Hälfte des Gewichts der Rohwolle ist Wollfett. Wenn man Spüli oder Shampoo nimmt, wird man all das Fett nicht rausbekommen, auch wenn man reichlich nimmt. Spüli und Shampoo verdauen die Wolle nicht an, was normales Waschmittel macht. Wenn man Wolle wäscht und sie gewaschen viele Monate oder mehr noch liegen lässt, fettet sie sogar nach. D.h., sie fühlt sich dann wieder total fettig an. Das trifft vor allem für bestimmt Wollsorten zu, die besonders viel Wollfett haben.

LG Brigitte
 
Z

zizi

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Hallo!

Letztes Jahr habe ich auch Schafwolle gewaschen ....

Allerdings in der Waschmaschine! Die leicht vorsortierte und gezupfte Wolle in einen verschliessbaren Kissenbezug getan und im Wollschongang einmal gewaschen, mit wenig Wollwaschmittel.

Anschliessend auf einem Tuch ausgebreitet und nochmals leicht gezupft. War überhaupt kein Problem.

Etwas Wollfett war sogar noch drin *freu*

Von Hand habe ich dann auch gewaschen ... das ging mit aber definitiv zu stark auf den Rücken und weil ich nicht aufgepasst habe, hatte ich dann auch noch einen leichten Sonnenstich ....

Liebe Grüsse - ZiZi
 
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