Anleitung von Karin Kretzer

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Chris

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Hallo an Alle !

Zum Thema Nadelmalerei habe ich mal folgendes zusammengestellt.

karinkretzer.jpg

Traditionell wurde sie im 17. Jahrhundert in England mit zweifädiger Wolle auf schweres, ungebleichtes Leinen gestickt.

Heute stickt man auf jedem Stoff meist mit Sticktwist, dieser hat einen schönen Glanz und gibt es in vielen Farben und Abstufungen.

Nadelmalerei wird in Plattstich gestickt. Plattstich wird zum Aussticken von Flächen verwendet. Er besteht aus vielen einzelnen, geraden Stichen, die dicht nebeneinander liegen und den gesamten Unterstoff verdecken. Die Motive sind aufgezeichnet und sollten überstickt werden, dann sieht die Arbeit vor der 1. Wäsche sauberer aus. Die Stiche sollten nicht zu lang sein, sonst könnten sie durchhängen.

Um größere Flächen zu füllen, kann der versetzte Plattstich gearbeitet werden. Das ist das gleiche Prinzip wie bei der Nadelmalerei nur in einfarbig. In der 1. Reihe stickt man 1 langen und einen kurzen Stich abwechselnd dicht nebeneinander. In der nächsten Reihe stickt man gleich lange Stiche, die aber durch Die Vorgabe der Vorreihe wie 1 Kurzer und ein langer Stich wirken. Die letzte Reihe wieder einen kurzen und einen langen Stich sticken.

Die Nadelmalerei wird nach dem gleichen Prinzip gestickt, nur in aufeinander abgestimmten Farbtönen.

Natürlich müssen die Stiche auch der Form des Motives angepasst werden. Wenn eine Blatt form nach unten hin schmaler wird, können Stiche in die gleiche Einstichstelle gesetzt werden, damit man die Form hinbekommt. Mir persönlich gefällt es auch besser, wenn die Farbübergänge nicht ganz so gleichmäßig verlaufen sondern einem Blütenblatt angepasst sind. Dann fängt die zweite Farbe in der oberen Rundung höher an und läuft an den Seiten früher aus, weil die 1. Farbe an den Seiten bis unten gestickt wird. Wenn ich das zeigen könnte, ginge das viel besser als mit Worten zu erklären. Ich versuche einfach mal eine einfache Skizze zu machen, um den Stichverlauf zu zeigen.

Gestickt wird bei aufgezeichneten Motiven immer mit einer Nadel mit Spitze, damit man den Gewebefaden durchstechen kann, um die Stiche genau zu setzen. Immer im Stickrahmen sticken, damit der Stoff sich nicht wellt.

Ein Sticktwistfaden besteht aus 6 Einzelfäden. Oft wird nur mit 4 Einzelfäden gestickt. Zum schnellen und sicheren Vernähen schneide ich einen längeren Faden ab und teile 2 Einzelfäden ab. Die Enden nehme ich zusammen (4 Fäden, in der Mitte eine Schlaufe) und fädel diese ein. Die Nadel ein- und nach 2-3 Gewebefäden ausstechen und mit der Nadel durch die Schlaufe gehen, schon vernäht, immer im Motiv, wo nachher überstickt wird. Ansonsten mit 2 - 3 Rückstichen vernähen.

Ich fange ein Motiv oben in der Mitte an und sticke von außen nach innen eine Seite nach der anderen.

Bei einem Motiv in Nadelmalerei können auch sehr viele andere Sticharten wie, Stielstich, Kettenstich, Knötchenstich oder Gitter-Kreuzstich vorkommen. Hauptelement ist nätürlich der Plattstich.

Nach Fertigstellung der Arbeit auf einer weichen Unterlage von links mit einem feuchten Tuch bügeln.

Ich hoffe, Euch mit meinen Ausführungen ein bisschen weitergeholfen zu haben.

Viel Spaß beim Sticken

Karin
http://www.stickstube.privat.t-online.de/default.html
 
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