Guipure Klöppelspitze, was ist das?


    Da bereits die Lebkuchen und Weihnachtsdekorationen in den Geschäften Einzug gefunden haben, ist es höchste Zeit, dass wir unseren diesjährigen Adventskalender vorbereiten. Wir möchten auch in diesem Jahr täglich ein Türchen für euch öffnen, doch dafür brauchen wir - wie auch in den vergangenen Jahren - Unterstützung. Aus diesem Grund unsere Anfrage an euch:

    Wer möchte den Adventskalender 2017 mit einer Spende für die tägliche Verlosung bereichern?

    Ob von gehäkelten - gestrickten - gestickten - genähten - geknüpften - geklöppelten Werken, über Buch - Heft - Handarbeitszubehör - Wolle/Garne ist alles willkommen!
    Für Fragen wendet euch bitte an die Teammitglieder. Ein Foto eurer Spende sollten wir dann zu gegebener Zeit haben, vorerst reicht aber eine Anmeldung wer uns was spenden möchte, damit wir es in die Türchenplanung aufnehmen können.

    Wir vom Team sagen schon jetzt ein ganz großes DANKESCHÖN für eure Unterstützung.

      Guipure Klöppelspitze, was ist das?

      Hallo, :grins:
      bin auf Suche nach der Definition von Guipure-Spitze.
      Bei google findet man ja viel: Guipure, kommt aus dem Franzöischen und ist eine Nadel- bzw eine Ätzspitze (u.a. Wikipedia).
      Der nächste Begriff auf den ich gestoßen bin: ergebirigische Guipurespitze mit dickeren Garnen (http://www.knipling.de/erz/).
      Was heißt das? Ist Guipure der Überbegriff von Spitzen, die mit vielen Paaren geklöppelt werden und die Stärke des Garnes spielt dabei
      keine Rolle? Oder sind es nur Bordüren? Also was istso Besonderes an der Guipure Klöppelspitze? Wäre dankbar wenn mir das jemand erklären
      könnte.

      Frohes Schaffen und liebe Grüße
      Klöppelmieze
      Guipure Spitze

      Die Spitze wird seit ? geklöppelt

      Gussy von Reden schreibt dazu Anfang 1900 :“ Zu den schwer erklärbaren Worten gehört die Bezeichung `Gruipure´.
      Einige Sachverständige leiten den Namen her von alten Gold- u. Seidenspitzen,
      die man auf eine Einlage aus Pergament mit Hilfe eines Instrumentes `guipoir `genannt herstellte.“(1)

      Da dieser Papierstreifen nicht waschbar war wurde er später durch eine Kordel ersetzt.

      Das Instrument `guipoir` war ein an einer Seite gebogenes Eisen und an der anderen Seite mit einem Stück
      Blei beschwert. Mit diesem hat man die Kordel hergestellt und wurde somit zuerst für die Kordel und dann auch für die daraus entwickelte Spitze zum
      Namensgeber.


      Paris war Anfang des 17JH das Zentrum der Guipurespitzen- Herstellung. Sie wurde meist aus Seide, die Motive aus Rosen und anderen Blumen aufwies
      beschrieben.
      Diese frühen mit seidenen oder metallenen Gimpefäden hergestellten Spitzen haben einen bandartigen Charakter
      und die einzelnen Elemente sind mit kleinen Stegen verbunden.


      Den alten Guipurespitzen fehlt der regelmäßig gebildete, nützende Grund. An seine Stelle treten hier scheinbar
      regellos zwischen den Figuren ausgespannte Fadenpaare, Stege wie wir heute sagen.

      Im Gegensatz zu diesen alten Spitzen, lassen der Neuzeit entstammende Arbeiten in der Anordnung der Stege vielfach
      einen Zweck erkennen, indem sie zur Erzeugung eines mehr oder weniger deutlich erkennbaren Grundes benutzt werden.

      Wir kennen es heute unter dem Namen der Flechterfüllungen.



      (1)
      Reden, Gussy von: Klöppelspitzen
      Leibzig Verlag der „Deutschen
      Moden-Zeitung“ Aug. Polich, 1909 S. 13
      Hallo Christa, hallo Renate!
      Erst mal danke das Ihr so schnell geantwortet habt.

      Auf die Idee mit den goo.... Bildern bin ich auch gekommen. Es handelt sich aber in den meisten Fällen um Nadelspitzen und bei den Modernen um die Ätzspitzen. Die Herstellung dieser beiden Spitzen ist mir klar. Die Erklärung, die Wikipedia gibt (http://de.wikipedia.org/wiki/Spitze_%28Stoff%29 ist nochmals ne andere Seite),
      ist nachzuvollziehen

      Danke Renate für das Nachschlagen bei Gussy von Reden.

      Bin aber leider mit den Details nicht zufrieden. Cluny-, Bedforshire Spitzen usw. alle haben ihre Eigenheiten.
      Bin deswegen darauf gekommen, da ich einen Klöppelbrief gesehen habe, mit der Überschrift in Guipure Technik gearbeitet, den ich aber sofort als
      Brügger Spitze eingeordnet hätte. Jetzt suche ich halt nach einer Eigenheit dieser Spitze, die das Erkennen dieser Technik erleichtert.
      Vielleicht finde ich irgendwo doch noch eine Erklärung.

      vlg Christine
      :wink1:

      Guipure-Spitze wird überall in Europa geklöppelt. England, Frankreich Belgien, Dänemark, Italien Spanien, Schweden,Ijdria ja sogar in Bulgarien findet man sie.
      Bekannt dafür ist die Bedfordshire-, Malteser -, Genueser,-Cluny- Le Puy -Vadstena Spitzen. Oder die dänische ChristianIV Spitzen.

      Ihr charakteristische Aussehen ist ein durchlaufende Band, Flechter, Formschläge, floralle Motive und sie wird mit durchlaufende Fäden geklöppelt.
      Schau dir mal die beiden Bücher an. Beim oberen Titel siehst du links oben 1 Kästchen mit Flechtergrund Das 3.u.4. Kästchen sind typische alte Guipurespitzen. Und das Deckchen ist eine moderner Varation davon. Es beinnhaltet allles was eine Guipure haben muß.
      http://www.barbara-fay.de/j2/index.php/de/component/virtuemart/kloeppeln/kl%C3%B6ppeln-%E2%80%93-die-grundlagen-detail?Itemid=0

      http://www.barbara-fay.de/j2/index.php/de/component/virtuemart/kloeppeln/i-pizzi-di-genova-di-santa-margherita-ligure-%E2%80%93-i-pizzi-a-treccia-detail?Itemid=0

      In meinem Buch über Guipure und Clunyspitze vom DKV gibt es ein Kapitel "Ein Muster wandert durch Europa" . Dort wird gezeigt wie ein fast identischer Klöppelbrief in Engl. Deutschl, Schweiz u Spanien auftaucht und überall etwas anders klöppeltechnisch bearbeitet wurde. Und jedes Land behauptet es sei ein typisches Muster seines Landes.
      Wenn man bedenkt das es frührer noch keine solche Vielfalt an Klöppelbriefen gab, ist es doch eigentlich logisch wenn die Spitzen kopiert wurden. Klöppellehrerinnen u. Entwerfer/innen gab es auch nicht viele. Um Geld mit der Klöppelarbeit zu verdienen mußte Frau schnell klöppeln und das konnte sie nur wenn ihr das Muster gut bekannt war. Deshalb haben frühr die Frauen ihr Leben lang nur ein paar Muster geklöppelt.

      Ich hab dir mal ein Bild unten angehängt da siehst du eine Guipurespitze. Das Bild ist schlecht, da ich es ohne Blitz fotografiert habe.


      Entwurf : Schwedische Klöppelentwerferin Namen werde ich später nachtragen
      Bilder
      • Guipure.jpg

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      Nein, es sind nicht nur die Flechter die einen Guipure ausmachen. Sondern die Mischung aus :

      Stella Renate schrieb:

      Ihr charakteristische Aussehen ist ein durchlaufende Band, Flechter, Formschläge, floralle Motive und sie wird mit durchlaufende Fäden geklöppelt.
      weil Flechter und Flechterverbindungen gibt es ja such in anderen Spitzenarten wie Brügger Blumenwerk, Duchesse

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